Heute, morgen, was macht das schon. Mal wieder an afrikanische Pünktlichkeit adaptiert ist hier also der nächste Teil der Reise zum Tafelberg.
Auf zur letzten Etappe der Hinreise.
Von Oudshoorn aus ging`s weiter durch die Ebenen und die Hitze der kleinen Karoo über die trotzt hohem sedativem Potential (ab und an eine Kurve kann auch erfrischend sein) doch sehr schöne Route 62.

Wenn wir hier auch weniger tierische Gesellschaft an oder auf der Strasse hatten, so ist doch auch dieser Teil der Fahrt die Reise unbedingt wert. Vor Kapstadt ging`s dann wieder an die Küste, wo, obwohl wir während der ganzen Reise genügend Zeit hatten, uns an wunderschöne Buchten zu gewöhnen, wir mal wieder begeistert von den schönen Aussichten waren.

Und alsbald waren wir auch schon auf der Cape Halbinsel.
Und hier kommt mal wieder eine der Verwirrungen. Da hatten wir unsere “Heimat“ Indien (Durban) verlassen, unterwegs ein paar original afrikanische Roaderlebnisse genossen, und schon waren wir in Europa? So lange sind wir doch nun auch wieder nicht gefahren. Nun, Kapstadt wirkt einfach wirklich europäisch.

Gut, wollen wir uns nicht weiter verwirren lassen. In jedem Fall hat Kapstadt viel zu bieten, und wir nur wenig Zeit. Also keine Zeit verlieren und unser Hostel finden. Ob wir wohl mit Blick auf den Tafelberg oder seine kleineren Co-Berge wohnen werden? Und tatsächlich lag unser Backpacker am Rande der Stadt zum Tafelberg hin, so dass wir von der Bar aus auf der Terrasse einen grossartigen Bergblick hatten.


Signal Hill, Lionshead und Tafelberg waren alle rundum sichtbar. Wobei die Tafel am Abend unserer Ankunft sich mit ihrer sauberen Tischdecke präsentierte.
Extrem touristing in Capetown:
Der nächste Tag verlief dann wie im Reiseführer. Auf zum Frühstück an der Waterfront, dem Paulaner Biergarten widerstehen und ab auf die Fähre nach Robben Island. Allein für die Fährfahrt lohnt sich das Unternehmen Robben Island schon, aber zusätzlich ist die Insel selber und das Geschichtsträchtige Gefängnis nicht weniger beeindruckend.


Auf der Rückfahrt tüchtig von Wellen durchgeschüttelt ging´s dann weiter zur großen Tafel. Glücklicherweise hatte an diesem Morgen jemand vergessen, die Tischdecke rauszupacken, so dass wir tatsächlich die Berühmten Ausblicke von oben genießen durften.

Wenn wir auch die Weicheivariante mit der Seilbahn gewählt haben, so doch nur aus Zeitgründen, denn schließlich wartete ja noch das Kap der guten Hoffnung. Und wie es der Zufall so wollte, führte unser Weg dorthin ganz zufällig über den Chapmans Peak Drive, eine wirklich atemberaubende Strasse entlang der Steilküste runter zum Kap. Aber, wie bei allem zuvor auch, da hätt` man … ich will mich nicht zu oft wiederholen.

Das nächtste touristische Highlight war dann also das Kap. Tja, und was soll man dazu sagen. Auch dieses ist ein wunderschönes Fleckchen Erde (und Wasser natürlich).

Nur wenig Pause für Steve, denn der Park macht irgendwann zu, und die Pinguine warten schließlich auch noch. Also vorbei an diesen seltsamen Tieren zurück in die Stadt zu einem ungeduldig erwarteten Bier mit Mountainview und weiter der Backpacker-religion folgen. Ein weiteres Muss ist in Kapstadt wohl auch eine Partynacht auf der Longstreet,

welches in unserem Fall aber eher ein düsteres Vergnügen wurde, da wie es hier wohl häufiger vorkommt, die Stadt auf Grund eines Stromausfalls in romantisches Dunkel gehüllt war.
Am nächsten Tag gings dann in die Winelands zur Weinprobe. Und wer würde hier wohl denken, in Africa zu sein?

Und Kommissar Zufall führte uns dann auch noch hier vorbei.

Ein weiterer grandioser Tag in Capetown ging also dem Ende zu, und für mich hieß es früh ins Bett, da ein früher Start zur Heimreise anstand. Mit schlafen wurde dann zwar nicht viel, da als ein weiterer Teil der Backpacker Kultur ein allnächtliches Schnarchkonzert im Dormitory dazugehört.
Die Heimreise
Um 3:30 h gings für mich dann los, von nun an alleine, das ganze im Fast-rewind zu machen. Und abgesehen davon, dass mein Hintern von Stunde zu Stunde mehr weh tat, gabs lange nicht wirklich was Spannendes zu erleben. Dumm war lediglich, dass Steve und ich, als es dann wieder dunkel wurde, immer noch in der von Autofahrern so heiß geliebten Ex-Transkei steckten, und so wurde der letzte Teil der Reise dann doch noch zum Abenteuer. Nach einer halben Stunde vergeblichen Versuchens an diesem schrottreifen Laster vorbeizukommen ist man zwar froh wieder 120 fahren zu können, aber auch das Vergnügen ist schnell vorbei, wenn man bei diesem Tempo im Stockfinstern plötzlich in eine der tausend Kurven gerät und nicht so richtig weiß, ob die Straße für Kühe auch nachts so anziehend ist wie tagsüber. Also blieb nur langsam fahren, alle 5 Sekunden die Sitzposition ändern und hoffen, dass wenigstens der Nebel bald verschwindet. Und siehe da, auch diese Reise fand ihr Ende. Nach 19 Stunden und 1752 Kilometern war`s zwar schade, dass der Urlaub vorbei war, aber trotzdem eine super Sache, endlich ins Bett zu fallen.